Performancewunder der Natur, 2006

in eigenart "Gold" 2006

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Tine Tillmann


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Performancewunder der Natur.


Theoretische Annäherung.
Die Biene ist der treue Freund des Menschen und im Gegensatz zum Hund zum Beispiel durchaus produktiv.
Die Arbeiterin ist Königin und die Königin Arbeiterin und umgekehrt.
Was will die Biene?
Sie vermittelt bekannterweise per Körpersprache ihr Anliegen; um von wundersam Gesehenem auf ihren langen einsamen Flügen ihren Freunden zu berichten, tanzt sie.
In diesem Naturvolk ist der Tanz eine Sprache, diese Performance dient dem Zwecke, Konkretes zu formulieren und mitzuteilen.
Direkte botschaft. Ganz unprätentiös und sachlich, bodenständig und ohne Zwang zur Tiefe wird hier die Welt in Achten und Pirouetten dargestellt.
Die Arbeit der Biene ist philosophischer Natur; stellt sie doch ein Gold her, dass man essen kann.
Wo andere nach Ruhm und Macht gieren und sich ausbeuterisch und unterwerferisch mit nutzlosem schmücken, bleibt die Biene bescheiden und denkt praktisch; mit ihrer verflüssigten Poesie, dem verdichtetem süssen Saft der Blüten wird sie nicht ihre Königin ausstaffieren und beschenken. Zwar hortet der Bienenstaat seine Schätze in Bunkern, doch wohnt diesen Goldbarren die Eigenschaft inne, vergänglich und lebenserhaltend zugleich zu sein.
Der Nachwuchs wird mit dem Gelee Royal gestärkt, die zukünftige Königin vom Volk gezüchtet, erzogen und ganz organisch zum Souverän ausgebildet. Sie ist unverzichtbar und doch sofort ersetzbar. Der Honig wird nicht einfach geerntet, er wird auch noch behandelt und verwandelt zu einem bienenureigenen Produkt, voller Vitamine und geheimnisvollen Energien.
Zucker, was kann Zucker schon! Belastet jeden körper! Im Honig finden wir Blütenmagie und die Alchemie der Kooperation in purer Form. Heilsam und Balsam, von innen und aussen.
Die seele jauchzt und verlagert ihren Sitz in die Zunge des Menschen.

Praktischer Teil.
Ganz einfach lässt sich der schöne Bienentanz aufführen:
Fahre zum Beispiel zu einem blühenden Akazienwald und merke dir gut, wo er liegt, wieviele Bäume es dort gibt und wie weit er weg ist von dem Ort deiner Tanzvorstellung.
Bestimme einen Raum und beschreibe mit dem ganzen Körper eine horizontale Acht darin.
Flattere dabei mit den Armen auf und ab, um den Flug zu simulieren.
In der Mitte der Acht wackele mit dem Po und beschreibe hiermit die Richtung, die Lage, die Entfernung und die Qualität des Akazienwaldes.
Denke an den blühenden Akazienwald und fühle dich frei, ihn mit deinem Tanz nachzuempfinden.